Steckbrief
Anthurium
Anthurium andraeanum
Auch bekannt als: Flamingoblume, Große Flamingoblume, Lackanthurie, Anthurie
Das Anthurium ist eine blühende Zimmerpflanze mit farbigen Hochblättern, die monatelang halten.
Auf einen Blick
Giftig| Standort | Halbschatten bis hell |
|---|---|
| Gießen | 1–2× pro Woche |
| Pflege | Mittel |
| Größe | ca. 40–80 cm |
Kurzporträt
Das Anthurium blüht bei guter Pflege fast das ganze Jahr.
Das Anthurium, im Handel meist Flamingoblume oder Lackanthurie genannt, stammt aus den tropischen Regenwäldern Kolumbiens und Ecuadors. Dort wächst es als Epiphyt auf anderen Pflanzen im schattigen Unterwuchs. Im Topf bleibt es mit rund 40 bis 80 Zentimetern niedrig und wächst nur langsam.
Was wie eine Blüte aussieht, ist in Wahrheit ein farbiges Hochblatt, die Spatha. Die eigentlichen, winzigen Blüten sitzen dicht an dem Kolben in seiner Mitte, dem Spadix. Ein einzelnes Hochblatt hält je nach Bedingungen einige Wochen bis zu etwa drei Monate.
Das spricht dafür
Ihre lackierten Hochblätter halten wochenlang und kommen in vielen Farben von Rot bis Weiß. Dabei bleibt die Anthurie kompakt und passt auf eine schmale Fensterbank.
Worauf zu achten ist
Sie reagiert empfindlich auf Staunässe und auf Kalk im Gießwasser, dazu setzen ihr trockene Heizungsluft und kühle Zugluft zu. Giftig für Katzen, Hunde und Kleinkinder, deshalb außer Reichweite stellen.
Standort & Licht
Das Anthurium mag es hell, aber ohne pralle Mittagssonne.
Ein heller Platz mit viel indirektem Licht ist ideal, denn je heller es steht, desto williger blüht es. Direkte Mittagssonne verbrennt die Blätter, zu dunkel bleiben die Blüten dagegen aus. Kalte Zugluft bekommt ihm schlecht. Dauerhaft unter etwa 15 °C wird es ihm zu kühl, unter 10 °C stellt es das Wachstum ein.
Ohne helles Licht bleibt die Flamingoblume grün statt farbig.
Gießen & Pflege
Die Anthurie will es feucht, verträgt aber weder Nässe noch Kalk.
Im Sommer heißt das etwa ein- bis zweimal pro Woche, im Winter deutlich seltener. Lass die oberste Erdschicht leicht antrocknen, aber nie den ganzen Ballen austrocknen. Gieße nur mit kalkarmem, weichem Wasser, denn Kalk bräunt die Blattränder. Sie mag hohe Luftfeuchte um 60 bis 80 Prozent, wofür ein Kieseltablett oder Besprühen mit kalkfreiem Wasser sorgt. Von Frühjahr bis Sommer düngst du alle zwei bis vier Wochen verdünnt, im Winter dagegen gar nicht.
Umtopfen & Erde
Junge Anthurien topfst du jährlich um, ältere alle zwei bis drei Jahre.
Der richtige Zeitpunkt ist das Frühjahr. Zeit wird es, wenn der Topf ganz durchwurzelt ist oder Wurzeln oben aus der Erde treten. Der neue Topf sollte nur ein wenig größer sein als der alte.
Als Substrat passt eine lockere, humose und kalkarme Mischung, die leicht sauer ist (zum Beispiel Orchideen- oder Azaleenerde). Der Topf braucht ein Abzugsloch und am besten eine Drainageschicht am Boden. Die Oberfläche kannst du mit etwas Moos abdecken, um die Feuchtigkeit zu halten.
Häufige Probleme
Blüht die Anthurie nicht, steht sie meist zu dunkel oder zu kühl, braune Blattränder kommen von trockener Luft oder Kalk im Gießwasser.
| Symptom | Woran es liegt | Was hilft |
|---|---|---|
| Braune, trockene Blattränder und Spitzen | Zu trockene Luft oder Kalk im Wasser | Luftfeuchte erhöhen, kalkarm gießen |
| Gelbe Blätter | Staunässe durch Überwässerung | Weniger gießen, durchlässig topfen, Überschusswasser entfernen |
| Keine oder wenige Blüten | Zu dunkel oder zu kühl | Heller und wärmer stellen |
Vermehrung
Teile das Anthurium beim Umtopfen in mehrere bewurzelte Stücke.
Im Frühjahr nimmst du die Pflanze aus dem Topf und trennst sie in Teilstücke, jedes mit eigenen Wurzeln und mindestens einem Blatt. Setze die Stücke einzeln in frisches, kalkarmes Substrat und halte sie die ersten Wochen warm.
Auch Stecklinge bewurzeln in wenigen Wochen, wenn du sie in kalkfreies Wasser stellst. Eine Aussaat ist möglich, aber langwierig, und die Samen bleiben nur kurz keimfähig.
Giftigkeit
Das Anthurium ist giftig für Katzen, Hunde und Kleinkinder.
Als Aronstabgewächs enthält es in allen Pflanzenteilen unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Unter dem Namen Flamingoblume führt die ASPCA es als giftig, es gehört deshalb außer Reichweite von Tieren und Kindern.
Wer das Risiko gar nicht erst eingehen will, findet in der Übersicht ungiftige Zimmerpflanzen alle haustiersicheren Alternativen — ähnlich robust ist zum Beispiel die Grünlilie. Oder du machst den Pflanzen-Test — der filtert giftige Pflanzen automatisch aus.
Ähnlich pflegeleicht
Passende Kategorien
Ist Anthurium die richtige Pflanze für dich?
In neun Fragen zeigen wir dir, welche Pflanzen zu deinem Standort, Licht und Alltag passen.
Über diese Seite